Karlsruhe
27.07.2017 | Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürgervereine (AKB) |

Sicherheit in Karlsruhe – aus dem neuen Sicherheitsbericht und der Kriminalstatistik 2016

Liebe Karlsruher Mitbürgerinnen und Mitbürger, die guten Nachrichten zuerst: In der Stadt Karlsruhe ging die Anzahl der im vergangenen Jahr von der Karlsruher Polizei erfassten Straftaten um 4,5% gegenüber 2015 zurück und zwar auf 31.821 Delikte. Und die Aufklärungsquote verbesserte sich immerhin um 1,1% auf über 58%. Vergleichen wir uns mit anderen großen Städten in Baden-Württemberg, so liegt Karlsruhe im Mittelfeld, noch vor Freiburg, Mannheim und gleichauf mit Heidelberg. Nur Stuttgart weist etwas weniger Delikte bezogen auf 100.000 Einwohner aus.

Dr. Rempp
Jedoch liegt die Anzahl der Delikte absolut hoch und war 2015 durch einen Spitzenwert gekennzeichnet.
Dieses und vieles mehr kann man dem aktuell erschienenen Sicherheitsbericht für das Jahr 2016 des Ordnungs- und Bürgeramtes der Stadt Karlsruhe entnehmen, in der die polizeiliche Kriminalstatistik 2016 eingearbeitet ist.
Es darf angenommen werden, dass die positive Entwicklung der Zahlen auch dadurch zustande kommt, dass die gute Zusammenarbeit, die insbesondere das Ordnungs- und Bürgeramt seit Jahren mit dem Polizeipräsidium Karlsruhe pflegt, ihren Teil dazu beigetragen hat. Zentrale Rolle bei der Kriminalitätsbekämpfung kommt aber der Polizei zu. Lt. Artikel in der StadtZeitung vom 24. März 2017 verlautet aus dem Polizeipräsidiums Karlsruhe:
Der Polizeipräsident Günther Freisleben beurteilt die Lage, vor allem aber in der Fächerstadt selbst, als „insgesamt sehr sicher“ und war „mehr als zufrieden mit der Arbeit der Kolleginnen und Kollegen“. Diesen gelinge es „trotz der geringsten Personalausstattung im Polizeidienst seit Jahrzehnten und der hohen Einsatzbelastung“, zu einem kontinuierlichen Rückgang der Kriminalitätsrate entscheidend beizutragen.

Nach Deliktsbereichen
Nach Deliktsbereichen zeigt sich ein differenziertes Bild. Wenn, wie bereits erwähnt, die Straftaten insgesamt um 4,5% zurückgegangen sind, so zeigt sich erfreulicherweise ein noch stärkerer Rückgang bei folgenden Deliktbereichen:
• der Gewaltdelikte um 11,3%
• bei Ladendiebstählen um 21,8%
• der Straßenkriminalität um 11,4% und
• bei einfachem Diebstahl um 18,8%, bei schwerem Diebstahl um 7,7%.

Eine deutliche Zunahme zeigt sich allerdings z.B.
• bei Rauschgiftkriminalität um 18,8% .
Steigt man in der Kriminalitätsstatistik noch etwas vertiefter ein, findet man auch interessante Zahlen zu weiteren Deliktsbereichen:
Folgende Rückgänge sind zu vermelden
• Wohnungseinbrüche in Baden-Württemberg sind stark rückläufig mit 9,5%, jedoch in der Stadt Karlsruhe nur ein Rückgang um 1,5%. Die Aufklärungsquote steigt seit 2013 kontinuierlich an (siehe Grafik).
• deutlichste Abnahme beim Computerbetrug um 84,4%,
• deutlich zurück ging auch der Handtaschenraub um 52,4%,
• rückläufig sind schwere Diebstähle von oder aus Kraftfahrzeugen um 32%,
• ein Minus von 21,8% bei den Ladendiebstählen und
• auch die Zahl der Raubüberfälle auf Straßen, Wegen oder Plätzen ging spürbar zurück um 21,8%.

Weiter angestiegen sind
• Aggressionsdelikte an um 4,1%,
• sexuelle Beleidigungen um 28,2%,
• schwere Ladendiebstähle um 25,3% und
• der Diebstahl aus Dachspeicher oder Keller um 74,1%.

Traditionell kamen Aggressionsdelikte Körperverletzungen und Schlägereien auf der Straße oder in Bahnen innerhalb von Gruppen oder gegen Unbeteiligte vor. Immer mehr kommt aber auch Gewalt gegen Polizeibeamte – wie auch gegen andere Staatsbedienstete – auf, die große Sorge bereitet. Dabei wird die Polizei nicht nur bei der Durchsetzung von Zwangsmaßnahmen angegriffen, sondern auch bei Demonstrationen oder im Umfeld von Fußballspielen, ja sogar zunehmend bei alltäglichen Einsätzen wie bei häuslichen Auseinandersetzungen oder bei Fahrzeugkontrollen.
Dieser Bericht zur Sicherheit in Karlsruhe wird im nächsten Heft fortgesetzt, nicht ohne an dieser Stelle der Polizei für ihren hervorragenden und nicht immer ungefährlichen Einsatz zum Wohle unserer Stadtgesellschaft zu danken.
Ihr AKB-Vorsitzender
Dr. Helmut Rempp

 

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