Rintheim
19.05.2017 | Bürgerverein Rintheim | Rintheim

Bürgerverein Gedenktafel

Einweihung der Gedenktafel im Ehrenhain

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Einweihung der Gedenktafel im Ehrenhain
Am 24. März wurde auf dem Ehrenhain auf dem westlichen Teil des Rintheimer Friedhofs eine Gedenktafel eingeweiht. Die Ansprache hielt der Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup. Der geistliche Part wurde von den Pfarrern der katholischen und evangelischen Kirche übernommen, nämlich Pfarrer Schmidt und Pfarrer Weber. Eine gelungene musikalische Umrahmung erfolgte durch den Vereinigten Chor.
Die Idee, eine Gedenktafel auf dem Ehrenhain aufzustellen, geht auf eine Begehung des Ehrenhains im Jahr 2011 zurück. Damit sollte  Bedeutung des Ehrenhains herausgestellt werden. Hintergrund ist, dass aus Sicht des Bürgervereins viele Bürger den Ehrenhain als solchen zunehmend nicht mehr entsprechend würdigen oder gar nicht wahrnehmen. Über 70 Jahre nach dem letzten großen Krieg in Europa gibt es kaum mehr direkte Nachkommen, die Kriegsopfer zu beklagen haben. Die persönliche Betroffenheit schwindet daher immer mehr und muss durch eine allgemein gesellschaftliche Erinnerungskultur mit Mahncharakter ersetzt werden. Dem hat auch der entsprechende Feiertag, der Volkstrauertag, Rechnung zu tragen, der immer wieder neu belebt werden muss. Im Sinne einer solchen Neubelebung des Volkstrauertags hielten wir eine Gedenktafel für sehr wünschenswert.
Auf der Gedenktafel sollte nicht nur eine Erläuterung der Bedeutung aufgenommen werden, dass den Opfern  des Deutsch-Französischen Kriegs sowie des Ersten und Zweiten Weltkriegs gedacht wird. Interessant ist darüber hinaus der historische Abriss der verschiedenen Kriegsgedenkstätten in Rintheim seit 1880, vier Kriegerdenkmäler in Folge und deren Verlegung oder Beseitigung.
Die Darstellung der verschiedenen Gedenkstätten ist zunächst vordergründig interessant. Mit diesen verschiedenen Gedenkstätten geht aber eine starke Wandlung im Gedenken an die Kriegsopfer einher.
Im 19. Jhdt (1870/71) und noch zu Beginn des Ersten Weltkriegs handelte es sich um eine Überhöhung: es war eine Ehre, fürs Vaterland zu fallen. Der Kriegstod blieb als Heldentod verklärt und bis zum Ende des 1. Weltkrieges ein Weggefährte. Bezeichnend ist auch, dass es Kriegervereine, den Badischen Militärvereins-Bund, später  Badischer Kriegerbund oder Kriegerkameradschaften gab, auch als Sektion Rintheim.
Nach dem Ersten und spätestens zum Zweiten Weltkrieg trat Ernüchterung ein. Eine obrigkeitsstaatliche Verordnung der Verherrlichung des Krieges wurde zwar noch propagiert, funktionierte aber zunehmend  nicht mehr.
Heute sind Ehrenhaine bzw. Kriegsgedenkstätten ein Mahnung, der vor allem am Volkstrauertag gedacht wird.

Dr. Helmut Rempp
 

 

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